Graffiti steht als Sammelbegriff für thematisch und gestalterisch unterschiedliche sichtbare Elemente wie zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen oder durch deren Veränderung im privaten sowie öffentlichen Raum erstellt wurden. Die Graffiti werden dabei zumeist unter Pseudonym und ohne Genehmigung gefertigt.

 

"Graffiti" ist der Plural des aus dem italienischen stammenden Worts graffito. Es leitet sich etymologisch aus dem Griechischen von γράφειν (graphein) ab, was schreiben und zeichnen bedeutet. Ursprünglich bedeutete graffito im Italienischn Schraffierung und bezeichnete (neben der heute auch modernen Bedeutung) eine in Stein geritzte Inschrift oder ornamentale beziehungsweise figurale Dekoration. Ersteller von Graffiti, insbesondere wenn sie Sprühdosen verwenden, werden oft Sprayer genannt.

 

Die Akzeptanz und Definition ist sehr unterschiedlich geprägt: Werden Graffiti in der öffentlichen Wahrnehmung, insbesondere die nicht genehmigten Graffiti, meist als Form des Vandalismus  betrachtet, werden sie von anderer Seite auch als Form der Kunst anerkannt. Graffiti werden auf allen geeigneten Oberflächen erstellt: Hauswände, Trafostationen, Brücken, Unterführungen, Eisenbahnanlagen, Fahrzeuge, Schallschutzwände, Stromkästen oder Verkehrsschilder, die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

 

Dabei gilt in der sogenannten Writing-Szene als Faustregel: Je schwieriger ein Objekt zu erreichen und zu bemalen ist, desto größer ist die Anerkennung innerhalb der Gruppe. Eine auf einem Hausdach gelegene Wand, ein ganzer Eisenbahnzug oder z. B. auch ein Einsatzfahrzeug der Polizei sind in der Regel schwieriger zu bemalen, als eine Straßenunterführung und bringen dementsprechend mehr Ansehen. Hierbei hängt der Grad der Anerkennung aber natürlich auch von der Qualität (Sauberkeit, Stil, verwendete Farben, künstlerischer Anspruch) ab.

 

Die Universität Potsdam kam bei Untersuchungen kürzlich zu folgenden verschiedenen Motivationen der Sprayer:

 

  • Streben nach eigener Verbesserung, Fortschritte machen
  • Positive Emotionen (abschalten vom Alltag, abreagieren, Stimmung verbessern, drogenrauschähnlicher Kick beim Sprühen)
  • Kreativität (Ideen & Vorstellungen verwirklichen, Gefühle ausdrücken)
  • Gruppengefühl (Geborgenheit, Zusammenhalt)
  • Ruhm
  • Lebenssinn
  • Grenzerfahrungen machen
  • Selbstverwirklichung

 

Auf den Seiten des Berlin Graffiti Magazine finden sich zahlreiche Beispiele und Auflistungen interessanter Orte:

http://berlingraffiti.de/

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