Das am 13. Oktober 1976 eröffnete Turmrestaurant Steglitz ist ein 47 Meter hoher Turm mit aufgesetztem Mehreckbau nebst Treppenturm. Das futuristisch anmutende Gebäude der Poparchitektur wurde zwischen 1972 und 1976 nach Plänen des Architektenpaars Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte erbaut, die auch das ICC Berlin entwarfen. Er ist architektonisch in die Joachim-Tiburtius-Brücke integriert, die an dieser Stelle die Steglitzer Schloßstraße am Franz-Amrehn-Platz in Form einer Schnellstraße überspannt.

 

Ziel der Entwürfe von Schüler und Schüler-Witte war es, den dominanten Charakter der Hochstraße, die ursprünglich als südöstliche Verlängerung der Schildhornstraße angelegt wurde, zu mildern und diese in Kombination mit dem Turmbau in die gewachsene Stadtstruktur einzubinden. Einmalig ist hierbei die einheitliche Gestaltung vom Untergrund, in Form der beiden übereinanderliegenden Bahnsteige des U-Bahnhofs Schloßstraße, bis zum Turm über den Straßen der Stadt. Neben der Betonung auf technische und konstruktive Aspekte war das gestaltende Mittel  beim gesamten Gebäudekomplex der Sichtbeton mit roten Kunststoffverkleidungen oder Anstrichen. Er ist Teil der Pop-Art-Strömung und eines von wenigen architektonischen Kunstprodukten, das aus den 1970er Jahren erhalten blieb. Neben Fritz Bornemann, Werner Düttmann und Georg Heinrichs gehörte das Ehepaar Schüler zu den wichtigsten Architekten im West-Berlin der 60er bis 80er Jahre.

 

Den heutigen volkstümlichen Namen Bierpinsel, ein klassischer Berolinismus, der auch als Beschriftung am Turmgebäude angebracht ist, erhielt es durch seine gastronomische Verwendung im Zusammenhang mit dem pinselähnlichen Aussehen. Der Bierpinsel zählt zu den Landmarken von Steglitz.

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